Coronavirus & Stornierungen

Coronavirus & Stornierungen

Die Winterferien in Hamburg laufen und die Osterferien sind nicht mehr allzu fern. Viele Urlauber sind aktuell verunsichert, ob sie ihre Reise in die Skigebiete in den Alpen auf Grund der aktuellen Ausbreitung des Coronavirus antreten können.

Wir möchten einen Überblick über Möglichkeiten zur Stornierung von Reisen in die betroffenen Gebieten geben.

Bei Pauschalreisen:

Generell gilt: Die Gefahren durch das Coronavirus geben Reisenden nicht automatisch das Recht eine Reise zu stornieren und die Kosten erstattet zu bekommen. Bei Pauschalreisen gelten jedoch besondere Gesetze. Dabei ist es zunächst wichtig zu klären, ob es sich bei einer gebuchten Reise um eine Pauschalreise handelt. Eine Pauschalreise ist dann eine Pauschalreise, wenn nach § 651a BGB mindestens zwei Reiseleistungen (z.B. Flug und Hotel) kombiniert gebucht wurden. Für Pauschalreisen gilt die Regelung, dass wenn vor Reiseantritt aber nach der Reisebuchung eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts ausgesprochen wird, eine kostenlose Stornierung oder Umbuchung normalerweise möglich ist. Aktuell ist allerdings noch keine offizielle Reisewarnung für die in Italien betroffenen Gebiete ausgesprochen (Stand 08.03.2020). Das Auswärtige Amt rät jedoch von nicht notwendigen Reisen in die Gebiete ab (Mitteilung Auswärtiges Amt – Stand 08.03.2020 (ext. Link).

Auch das Robert-Koch-Institut schätzte am 05.03.2020 Südtirol in der Region Trentino-Südtirol, Region Emilia-Romagna, Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien als internationales Risikogebiet ein.

Viele Experten schätzen die Lage auf Grund der Warnungen aktuell so ein, dass Reisen in die Risikogebiete auf Grund von „unvorhersehbaren Umständen“ kostenlos storniert werden können.

skiflieger.de Tipp: Wenn Reisende ihre Pauschalreise stornieren möchten sollten sie unbedingt Kontakt mit dem Reiseveranstalter aufnehmen und auf „unvorhersehbare Umstände“ hinweisen. Aktuell sind viele Reiseveranstalter sehr kulant und hilfsbereit.

Liegt keine Reisewarnung für die Gebiete vor, so liegt es im Kulanzbereich des Reiseveranstalters, ob Stornierungen und Umbuchungen kostenlos oder gegen Gebühr angeboten werden. Sobald jedoch der Reiseveranstalter die Reise absagt muss der Reisepreis erstattet werden. Bei Problemen mit Reiseveranstaltern wird der Kontakt mit Verbraucherzentralen empfohlen.

Bei Individualreisen:

Bei Individualreisen, also Reisen, die eigenständig gebucht wurden, sieht die rechtliche Lage ein wenig anders aus. Hier sind Reisende auf die Kulanz der Dienstleister angewiesen.

  •  Flüge:

Sollten Reisende einen Flug nicht antreten wollen kommt es auf die Buchungsklasse der Flüge an. Airlines bieten verschiedene Tarife mit unterschiedlichen Umbuchungs- und Stornierungsmöglichkeiten an. Aktuell werden insbesondere Flugverbindungen nach Italien auf Grund der geringen Nachfrage storniert. Sobald ein Flug storniert wird erhalten die Reisenden die Kosten erstattet. Auf Grund der vielen nicht angetretenen Flugreisen bieten diverse Airlines außerdem Umbuchungsmöglichkeiten für bereits gebuchte Flüge an. Sollte ein Flug erst in einigen Wochen stattfinden kann es sinnvoll sein, mit einer Stornierung zu warten und darauf zu spekulieren, dass die Flüge auf Grund der geringen Nachfrage kurzfristig abgesagt werden – dann erhalten Reisende ihr Geld zurück. Bei eventuellen Entschädigungen bei Stornierungen oder Verspätungen von Flügen kann es sinnvoll sein eine Agentur zu beauftragen, die einen Anspruch prüft. Weitere Informationen dazu findest Du hier. 

  • Bahn:

Auch Reisende, die mit der Bahn in die Skigebiete gelangen wollen, die von Corona betroffen sind, müssen auf die Kulanz der Anbieter hoffen. Die Deutsche Bahn hat in einer Pressemitteilung (ext. Link) angekündigt, dass Kunden, die ihre Reise in die betroffenen Gebiete in Italien nicht mehr antreten wollen ihren Fahrschein kostenfrei erstatten lassen können. Auch die italienische Bahn hat eine entsprechende Kulanz angekündigt. Kunden sollten hier unbedingt frühzeitig mit den jeweiligen Unternehmen in Kontakt treten.

  • Hotel:

Wenn Reisende bei der Buchung eines Hotels oder einer Unterkunft keine stornierbaren Angebote gebucht haben sind sie auch hier auf die Kulanz der Hotels angewiesen. Für Reisende, die ihren Urlaub stornieren möchten wird empfohlen beim Hotel möglichst frühzeitig eine Stornierung der Reise anzukündigen und die Möglichkeiten einer kostenlosen Stornierung oder Umbuchung zu erfragen. Bei Buchungen über Buchungsportale wird empfohlen Kontakt mit den entsprechenden Portalen aufzunehmen, da diese häufig direkt bei den Hotels eine Stornierung erfragen können und in einer besseren Verhandlungsposition als einzelne Reisende sind.

Reiseversicherungen kontaktieren

Wenn Reisende eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen haben sollte unbedingt geprüft werden, ob diese etwaige Kosten durch eine Stornierung auf Grund des Coronavirus erstattet.

 

Hinweis:
Bitte beachtet, dass es sich bei diesem Beitrag nicht um eine Rechtsberatung sondern lediglich um eine recherchierte Einschätzung handelt.